Das Mangaung String Programme

Große Ideen scheitern nicht, weil sie nicht gut sind, sie scheitern oft an winzigen Details. Und umgekehrt gibt es große Ideen die greifen, weil ein Gedanke in die Tat umgesetzt wurde. „Ich tat immer nur, was als Nächstes zu tun war“ meint Peter Guy, der Gründer und Leiter des Mangaung String Programmes (Südafrika), wenn er nach seiner Vision gefragt wird.

Die Erfolgsgeschichte des Mangaung String Programmes hängt von viele scheinbar kleinen Details ab, wie zum Beispiel den Bustransporten. Da der öffentliche Verkehr in Bloemfontein völlig fehlt, ist der Bus das vielleicht wichtigste Instrument des Mangaung String Programmes: Seit 17 Jahren sorgt Peter Guy dafür, dass Busse die Kinder und Jugendlichen mittags in den Schulen abholen und sie um 17:00 Uhr verlässlich nach Hause bringen. Darauf angesprochen würde er sofort einräumen, auch wenn er vielleicht die treibende Kraft hinter dem Projekt sein mag, dass der Erfolg des Projekts vor allem eine Teamleistung sei.

Das Projekt bietet den Kindern aus den Township und der Umgebung von Bloomfontein die Chance, ein Streichinstrument zu Lernen und in Streichorchestern zu musizieren. Unterrichtet wird in den Sprachen der Region: Sesohto, Xhosa, Tshuana und auf Englisch. Die jüngeren Kinder werden in größeren Gruppen mit bis zu 20 Schülerinnen und Schülern unterrichtet. Nur so kann jedem Kind die Chance gegeben werden, mit einem Streichinstrument in Kontakt zu kommen. Erst den Älteren kann Einzelunterricht angeboten werden. Mittlerweile unterrichten auch einige junge Erwachsene, die selbst durch das Programm gegangen sind.

Über 500 Instrumente in Schuss zu halten, ohne einen Geigenbauer weit und breit, ist schon logistisch eine Meisterleistung, von der handwerklichen Herausforderung ganz zu Schweigen. Un dann die privaten Sorgen der Kinder; die Väter; die sich nicht um ihre Söhne kümmern, Eltern, denen klar gemacht werden muss, warum regelmäßiges Üben wichtig wäre, Pubertierende, die nicht zu den Proben kommen, Versprechungen der Regierung, die nicht eingehalten werden – all diese Herausforderungen waren und sind zu meistern.

Dass das Mangaung String Programme eine einzigartige Erfolgsgeschichte der Hoffnung wurde, hat vielleicht mit zwei Dingen zu tun: Jedes Problem, das zu lösen ist, geht seinen Leiter Peter Guy persönlich etwas an – er tut, was zu tun ist, um das Programm am Laufen zu halten. Diese Ansprüche brachten ihn oft an den Rand der Erschöpfung in den letzten 17 Jahren. Das zweite Geheimnis dieses Erfolgs hat mit dieser Verlässlichkeit, für die Peter Guy und das Mangaung String Programme stehen, zu tun.

Es ist schnell klar, dass das Mangaung String Programme mehr ist als ein Angebot, ein Instrument zu lernen: Es ist Familie, eine seelische Heimat für viele junge Menschen aus den Township von Bloemfontein. Wenn man das Mangaung String Programme heute sieht, kann man nur dankbar feststellen: Es hat sich gelohnt, dass Peter Guy all diese Herausforderungen angenommen hat.